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Stand: Montag, 4. März 2024 um 15:27 Uhr
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„Wir haben einen Sanierungsstau, der schreibt sich Sie“: Veraltete Wasserrohre machen Bauhof und Bürgern zu schaffen

Innerhalb der letzten drei Wochen gab es im Stadtgebiet von Neustadt insgesamt vier Wasserrohrbrüche. Die Bauhofmitarbeiter waren mit den stundenlangen Reparaturarbeiten teils nachts und am Wochenende beschäftigt, um die Wasserversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen. Grund für die Häufung der Rohrbrüche seien die überalterten Leitungen, so der Bauhof. 
 
„Die Wasserleitungen sind überwiegend in den 60er und 70er Jahren gebaut worden, die gehören sich schon lange saniert, auch das Kanalnetz sollte längst erneuert werden", erzählt Bauhofleiter Alexander Lang. Am besten zeitgleich mit der Wasserleitung, sonst müsste man die Straßendecke zwei Mal öffnen, erklärt er. 
 
Vier Rohrbrüche in drei Wochen
Vor allem wegen der Altersschwäche, so nennt es der Bauhofleiter, seien allein in den letzten drei Wochen insgesamt vier Rohre geplatzt. „Zwei Brüche hatten wir ‚An der Floss‘, einen in der Blütenstraße, den aktuellsten am vergangenen Samstag in der Siebenbürgerstraße". Beim letzten Einsatz seien die Bauhofmitarbeiter die ganze Nacht beschäftigt gewesen, das Leck zu schließen und anschließend die Wasserversorgung wieder herzustellen. Kollegen vom Bauhof haben extra ihren Urlaub unterbrochen, um zu unterstützen. Nun müsse man abwarten, bis sich die Straße aufgrund der Unterspülung vollständig gesenkt habe, bevor die Asphaltierung beginnen könne. Problem bei den Rohrbrüchen aktuell sei, dass auch etliche Schieberkreuze, mit denen das Wasser auf der Straße abgedreht werden kann, ebenfalls schlicht zu alt sind. Teilweise lassen sie sich daher nicht mehr schließen. Das hat zur Folge, dass der „nächste" Schieber verwendet werden muss und dies wiederum hat zur Folge, dass oft mehr Straßen vom Netz genommen werden, als eigentlich nötig. 
 
Tiefbaufirmen ausgelastet – Umstrukturierung am Bauhof geplant
„Das größte Problem an der Sache ist, eine Firma herzubekommen, die uns unterstützt", so Lang, „das Tiefbauunternehmen Mark aus Walpertsreuth hatte zur Zeit des Rohrbruchs in der Siebenbürgerstraße eigentlich Betriebsurlaub, trotzdem haben sie uns Leute geschickt, die uns unterstützt haben".
Laut Bürgermeister Sebastian Dippold sei eine Bereitschaft seitens des Bauhofs angedacht, um personell für Fälle wie in den vergangenen drei Wochen besser gewappnet zu sein. „Wir werden strukturell etwas am Bauhof ändern, streben zudem einen Rahmenvertrag für eine Art „Rohbruchbereitschaft" mit einer Tiefbaufirma an, weil wir aufgrund des veralteten Wassernetzes in naher Zukunft mit mehr Rohrbrüchen rechnen müssen". 
 
Bis weit in die Nacht waren der städtische Bauhof und die Firma Mark vor Ort, um den Rohrbruch zu flicken.  
 
Sanierungsstau – auch der „Ostring" betroffen
Die in die Jahre gekommenen Wasserrohre seien in Neustadt schon lange ein Problem, heißt es vom Rathauschef. „Vom Bauhof weiß ich: In den letzten 30 Jahren sind gerade einmal vier Straßen einschließlich Rohre saniert worden". Zwei davon fallen in Dippolds Amtszeit. Neustadt verfüge über ca. 100 Straßen, führt der Rathauschef aus. Ginge man im Mittel von einer Halbwertszeit der Wasserleitungen von 50 Jahren aus, dann müssten pro Jahr etwa zwei Straßen samt Verrohrung im Stadtgebiet erneuert werden, um das Wassernetz auf einem moderaten Stand zu halten, überschlägt er. 
 
Ein Blick auf die Wasserleitung in der Siebenbürgerstraße
 
Lang, der seit 30 Jahren am Bauhof tätig ist, sieht die aktuelle Situation kritisch, denn auch der Ostring, ein Leitungssystem, dass sich von den Hochbehältern aus kilometerlang quer durch die Stadt schlängelt und an dem über Abzweigungen auch Haushalte angeschlossen sind, sei mehr als sanierungsbedürftig. „Die Stadt wird in Zukunft deutlich mehr investieren müssen, wir haben einen Sanierungsstau, der schreibt sich Sie".  
 
Dippold versichert, den Rückstau zeitnah anzugehen und hierfür – sofern der Stadtrat zustimme – mehr Geld in den Unterhalt zu stecken. Mit der Schaffung eines technischen Bauamtes auf Seiten der Stadt habe man bereits den ersten Schritt in Richtung Aufarbeitung gemacht. Zusammen mit einem Ingenieurbüro für Tiefbau wird ein Sanierungsplan erstellt. „Es wurde einfach zu lange nichts getan und das wird jetzt zum großen Problem – die Zahl der Rohrbrüche wird noch steigen." 
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